Zahlreiche der Akten aus der Kanzlei Oskar Samek stehen nicht nur in einem stofflichen, sondern auch einem intertextuellen Verhältnis zur seit 1899 von Karl Kraus herausgegebenen Zeitschrift Die Fackel. Nicht zwangsläufig waren für Kraus die Streitigkeiten mit ihrem formalen Abschluss vor Gericht tatsächlich erledigt.
An den hier aufgeführten Akten ist zum einen exemplarisch nachvollziehbar, welchen Weg ein juristischer Text gehen konnte, bis er Teil einer Polemik oder Satire wurde. Zum anderen wird an ihnen aber auch deutlich, welche Prozesse und Berichtigungen Kraus, indem er sie in der Fackel thematisierte, einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich machen wollte.
Manche Aktenstücke benutzte Kraus, um erfolgte Berichtigungen in der Fackel zu dokumentieren (etwa in den Akten 39 und 119 ersichtlich). Solche Berichtigungen konnten auch den Anlass zu einem satirischen Text geben, wie anhand Akte 160 nachvollzogen werden kann. Teilweise griff Kraus zu drastischeren Maßnahmen: Die Akte 68 zum Fall Kerr wird in großem Umfang in der berühmten Nummer 787–794 zitiert. So zeigt sich Kraus in seiner nicht unproblematischen Rolle als gleichzeitiger Kämpfer auf zwei Schlachtfeldern: der Publizistik und dem Gerichtssaal.
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Karl Kraus: Rechtsakten der Kanzlei Oskar Samek.
Wissenschaftliche Edition
hg. v. Johannes Knüchel und Isabel Langkabel, auf Grundlage der Vorarbeiten Katharina Pragers, unter Mitarbeit von Laura Untner, Andrea Ortner, Ingo Börner und Vanessa Hannesschläger (Wien 2022)
URL: https://www.kraus.wienbibliothek.at/
Kontakt
Projektleitung: Katharina Prager
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