Handeln die meisten Fälle der Rechtsakten von Berichtigungsforderungen oder Ehrenbeleidigungen, so gibt es doch wenige, in denen Bildrechte Gegenstand juristischer Auseinandersetzungen sind. Meistens ging Kraus hier gegen die publizistische Verwendung seines Abbildes wie etwa in Akte 188 vor, welche die Durchsetzung des Verbots, Kraus auf Lesezeichen der Zigarettenfirma Olleschau abzubilden, dokumentiert. Er ging aber auch gemeinsam mit seiner Schwester Marie Turnowsky gegen die Verfälschung einer in der Boulevard-Zeitung Die Stunde publizierten Fotografie der beiden vor. Auch wenn der Satiriker bei seinen berühmten Vorlesungen die Bühne nicht scheute, so lehnte es Kraus doch ab, in der Öffentlichkeit fotografiert zu werden. Mit Akte 182 ist nicht nur diese Abneigung überliefert, sondern auch eine ausführlichere Begründung dieser: In einer eidesstattlichen Versicherung erläuterte Kraus, inwiefern ihm das Recht am eigenen Bild obliege. Ging Kraus zwar selbst mit Eifer gegen den Abdruck seines Abbildes vor, verhielt es sich bei Fotografien und Abbildungen anderer Personen jedoch nicht so. In Akte 167 ist dokumentiert, wie Kraus und Samek im umgekehrten Fall auch gegen den Besitzanspruch einer Fotografie argumentieren konnten. So waren beide der Meinung, dass die Veröffentlichung einer Fotografie des Sportfotografen Lothar Rübelts in der Fackel nicht inkriminierbar sei (und bekamen vom Obersten Gerichtshof auch Recht).

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Karl Kraus: Rechtsakten der Kanzlei Oskar Samek.
Wissenschaftliche Edition

hg. v. Johannes Knüchel und Isabel Langkabel, auf Grundlage der Vorarbeiten Katharina Pragers, unter Mitarbeit von Laura Untner, Andrea Ortner, Ingo Börner und Vanessa Hannesschläger (Wien 2022)
URL: https://www.kraus.wienbibliothek.at/

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