Als Schriftsteller, der sein Schreiben als „geschriebene Schauspielkunst“ verstanden wissen wollte, stand Karl Kraus dem Theater besonders nahe. Zwar entschied er sich früh gegen eine Schauspielkarriere, begann aber 1910 mit regelmäßigen Vorlesungen, die bis zu seinem Lebensende einen großen Teil seines Ruhmes begründen sollten und ihn in die Kulturzentren Europas führten. Auf seinem „Theater der Dichtung“ pflegte Kraus aber nicht nur seine eigenen Texte zu präsentieren, sondern bemühte sich neben vielen anderen um Shakespeare, Goethe, Nestroy und Offenbach. So gilt Kraus als (Haupt-)Verantwortlicher für die ‚Renaissance‘ der beiden letztgenannten Künstler, von deren Werken er seit 1920 auch textliche Bearbeitungen publizierte. Diese wurden von verschiedenen Bühnen als Grundlage für eigene Aufführungen verwendet. Nicht autorisierte Streichungen, also Urheberrechtsverletzungen, und vorzeitige Absetzungen führten dabei zu Konflikten, wie an den Akten 120, 158 und 173 ersichtlich ist.
Aber auch in Verbindung mit der Aufführung eigener Dramen kam es zu juristischen Interventionen, wie beispielsweise an Akte 10 nachzuvollziehen, in der Kraus nach erfolgreicher Klage eine Tantiemenauszahlung der Neuen Wiener Bühne zur Spende für ein kürzlich geschehenes Bergwerksunglück erzwingen konnte.
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Karl Kraus: Rechtsakten der Kanzlei Oskar Samek.
Wissenschaftliche Edition
hg. v. Johannes Knüchel und Isabel Langkabel, auf Grundlage der Vorarbeiten Katharina Pragers, unter Mitarbeit von Laura Untner, Andrea Ortner, Ingo Börner und Vanessa Hannesschläger (Wien 2022)
URL: https://www.kraus.wienbibliothek.at/
Kontakt
Projektleitung: Katharina Prager
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